Straße der Romanik | Bauwerke

Burg und Schloss, Allstedt

Die imposante Silhouette der ehemaligen Kaiserpfalz Burg und Schloss Allstedt ist schon von weitem gut sichtbar. Bereits im 8. Jh. entstand die fränkische Reichsburg. Sie war ein beliebter Aufenthaltsort von Kaiser Otto II. Zu dieser Zeit war Allstedt die meistbesuchte Pfalz in Sachsen.

 

Burg & Schloss Allstedt ist mit seiner einzigartigen Bau- und Nutzungsgeschichte und als authentische Wirkungsstätte des Reformators Thomas Müntzer ein Ort von internationalem Rang. Als einer der bedeutendsten Königs- und Kaiserpfalzen im damaligen Reich ist die Anlage eine wichtige Station an der Südroute der Straße der Romanik. Unter dem Namen „Alstediburg“ wird die Pfalz Allstedt im Hersfelder Zehntverzeichnis Ende des 9. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Nahezu alle deutschen Könige und Kaiser waren von 935 bis 1200 hier zu Gast. Reichsversammlungen, Reichstage und die am Ort besiegelten Urkunden des 10. bis 12. Jahrhunderts zeugen von der politischen Bedeutung für das Reich. Im Sachsenspiegel des Eike von Repkow, dem wichtigsten deutschsprachigen Rechtsbuch des Mittelalters, wurde die Pfalz Allstedt unter den fünf bedeutendsten im damaligen Sachsen aufgelistet.

Aus dem Zeitalter der Romanik hat sich bis heute ein spätromanischer Wohnturmstumpf von acht Metern Höhe und einer Mauerstärke von 1,30 Metern erhalten, der sich in der Nordostecke der heutigen Kernburg befindet. Die Edelherren von Querfurt bauten die Anlage, die im 13. und 14. Jahrhundert mehrfach verpfändet wurde, zu einer Wehrburg aus. Die bis zu 3,50 Meter starken Wehrmauern der Kernburg mit ihren Schießscharten und Kugelschutzbohlen bilden ein einzigartiges Bauzeugnis der Wehrgeschichte im mitteldeutschen Raum. Die von 1460 bis 1480 erbaute Burgküche mit ihrem 20 Meter hohen Kaminschlot gehört zu den größten Burgküchen Europas.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erlangte Allstedt erneut überregionale Aufmerksamkeit. Der Reformator Thomas Müntzer wurde im März 1523 Pfarrer der Stadtpfarrkirche St. Johannis in Allstedt. Als erster Reformator überhaupt feierte er einen deutschsprachigen Gottesdienst. Am 13. Juli 1524 hielt Müntzer auf Burg & Schloss Allstedt vor Herzog Johann dem Beständigen und dessen Sohn Johann Friedrich seine berühmte Fürstenpredigt. Der authentische Ort dieses bedeutenden Ereignisses, die spätmittelalterliche Hofstube, ist bis heute erhalten geblieben und bildet den Höhepunkt der neuen Dauerausstellung „1523 – Thomas Müntzer.  Ein Knecht Gottes“. Sehenswert sind zudem die Ausstellungen zur Pfalz-, Burg- und Schlossgeschichte, zur Bau- und Nutzungsgeschichte, zu Johann Wolfgang von Goethe und zum Eisenkunstguss. 

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Informationen

Burg und Schloss, Allstedt

Schlossstraße
06542 Allstedt

Öffnungszeiten

April – Oktober
Dienstag – Sonntag: 10.00 - 17.00 Uhr

November – März
Dienstag – Freitag: 10.00 - 16.30 Uhr
Samstag, Sonntag: 13.00 - 17.00 Uhr

Die imposante Silhouette der ehemaligen Kaiserpfalz Burg und Schloss Allstedt ist schon von weitem gut sichtbar. Bereits im 8. Jh. entstand die fränkische Reichsburg. Sie war ein beliebter Aufenthaltsort von Kaiser Otto II. Zu dieser Zeit war Allstedt die meistbesuchte Pfalz in Sachsen.
 

Burg & Schloss Allstedt ist mit seiner einzigartigen Bau- und Nutzungsgeschichte und als authentische Wirkungsstätte des Reformators Thomas Müntzer ein Ort von internationalem Rang. Als einer der bedeutendsten Königs- und Kaiserpfalzen im damaligen Reich ist die Anlage eine wichtige Station an der Südroute der Straße der Romanik. Unter dem Namen „Alstediburg“ wird die Pfalz Allstedt im Hersfelder Zehntverzeichnis Ende des 9. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Nahezu alle deutschen Könige und Kaiser waren von 935 bis 1200 hier zu Gast. Reichsversammlungen, Reichstage und die am Ort besiegelten Urkunden des 10. bis 12. Jahrhunderts zeugen von der politischen Bedeutung für das Reich. Im Sachsenspiegel des Eike von Repkow, dem wichtigsten deutschsprachigen Rechtsbuch des Mittelalters, wurde die Pfalz Allstedt unter den fünf bedeutendsten im damaligen Sachsen aufgelistet.

Aus dem Zeitalter der Romanik hat sich bis heute ein spätromanischer Wohnturmstumpf von acht Metern Höhe und einer Mauerstärke von 1,30 Metern erhalten, der sich in der Nordostecke der heutigen Kernburg befindet. Die Edelherren von Querfurt bauten die Anlage, die im 13. und 14. Jahrhundert mehrfach verpfändet wurde, zu einer Wehrburg aus. Die bis zu 3,50 Meter starken Wehrmauern der Kernburg mit ihren Schießscharten und Kugelschutzbohlen bilden ein einzigartiges Bauzeugnis der Wehrgeschichte im mitteldeutschen Raum. Die von 1460 bis 1480 erbaute Burgküche mit ihrem 20 Meter hohen Kaminschlot gehört zu den größten Burgküchen Europas.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erlangte Allstedt erneut überregionale Aufmerksamkeit. Der Reformator Thomas Müntzer wurde im März 1523 Pfarrer der Stadtpfarrkirche St. Johannis in Allstedt. Als erster Reformator überhaupt feierte er einen deutschsprachigen Gottesdienst. Am 13. Juli 1524 hielt Müntzer auf Burg & Schloss Allstedt vor Herzog Johann dem Beständigen und dessen Sohn Johann Friedrich seine berühmte Fürstenpredigt. Der authentische Ort dieses bedeutenden Ereignisses, die spätmittelalterliche Hofstube, ist bis heute erhalten geblieben und bildet den Höhepunkt der neuen Dauerausstellung „1523 – Thomas Müntzer.  Ein Knecht Gottes“. Sehenswert sind zudem die Ausstellungen zur Pfalz-, Burg- und Schlossgeschichte, zur Bau- und Nutzungsgeschichte, zu Johann Wolfgang von Goethe und zum Eisenkunstguss.