Straße der Romanik | Bauwerke

Dom St. Johannes und St. Laurentius

Auf einem Hügel über der Saale bilden der Dom, der Kapitelsaal und das Schloss in Merseburg ein eindrucksvolles Ensemble. Der Dom ist reich mit Schätzen aus der Romanik ausgestattet.

Der Dom zu Merseburg ist wahrscheinlich auf einen Vorgängerbau von 931 zurück zu führen. 1015 erfolgte die Grundsteinlegung des heutigen Domes unter Bischof Thietmar von Walbeck. Durch die Unterstützung Heinrick II. konnte er bereits 1021 geweiht werden. Die Gestalt des Domes ist geprägt durch zahlreiche Umbauten. Im 11. Jh. wurden zwei runde Türme als Stütze des zuvor eingestürzten Sanktuariums erbaut. Ein Vierungsturm entstand ebenfalls im 11. Jh. Zwei Jahrhunderte später wurde eine Vorhalle zwischen den Westtürmen errichtet, an dessen Portal die Kirchenpatronen und Kaiser Heinrich II. als Stifterbüsten aufgestellt worden.

Der Dom Merseburg zählte als turmreiche Anlage zu den richtungsweisenden Bauwerken des deutschen Kirchbaus. Vom ersten romanischen kreuzförmigen Bau sind heute noch Teile der Westtürme, der südliche Querhausflügel erhalten und die dreischiffige, kreuzgratgewölbte Hallenkrypta unter dem Chor erhalten. Sie zählt zu den ältesten rein erhaltenen Krypten Mitteldeutschlands. Besonders Sehenswert sind ihre Bündelpfeiler.

Die Ausstattung des Domes ist besonders eindrucksvoll. Eine prunkvolle bronzene Grabplatte Rudolfs von Schwaben bildet den Toten im Flachrelief nahezu in Lebensgröße ab und ist eine der ältesten Bildnisgrabmäler Deutschlands. Sehenswert ist auch der hochromanische Taufstein mit Apostel- und Prophetenfiguren. Zum umfangreichen Inventar des Domes zählen weiterhin ein kunstvoll geschnitztes Chorgestühl, das Sakramentshaus, die Renaissance-Kanzel im Langhaus und vor allem die über die Landesgrenzen hinaus bekannte Domorgel. Sie wurde von Friedrich Ladegast erneuert und hat einen besonders harmonischen Klang. Die Domorgel gehört mit ihren 5687 Pfeifen zu den größten romanischen Orgeln Mitteldeutschlands. Gleichermaßen sehenswert ist die wertvolle Ausstattung des Domstiftsarchivs und der Bibliothek. Hier befinden sich die Merseburger Bibel und die Merseburger Zaubersprüche. Sie gelten als einziges erhaltenes Zeugnis germanisch-heidnischer Religiosität in althochdeutscher Sprache.

An kirchlichen Feiertagen ist ein Glockengeläut der zehn Glocken aus dem 12. Jh. zu hören. Zu empfehlen sind außerdem die Orgeltage, die jeden September zahlreiche Besucher anziehen.

Am 24.12. ist der Dom von 9:00 bis 12:00 Uhr und am 31.12. von 9:00 bis 14:00 Uhr geöffnet.

Audio-Guides sind in Deutsch und Englisch verfügbar.
Führungen auf Anfrage unter 034464-35530

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Informationen

Dom St. Johannes und St. Laurentius

Domplatz 7
06217 Merseburg

Gesonderte Postanschrift

Merseburger Dom Domplatz 7, 06217 Merseburg


Öffnungszeiten

März bis Oktober
Montag bis Samstag: 10.00–18.00 Uhr
Sonntag, kirchl. Feiertag: 11.00–18.00 Uhr

November bis Februar
Montag bis Samstag: 10.00–16.00 Uhr
Sonntag, kirchl. Feiertag: 12.00–16.00 Uhr
24. Dezember: 9.00–12.00 Uhr
31. Dezember: 9.00–14.00 Uhr

Auf einem Hügel über der Saale bilden der Dom, der Kapitelsaal und das Schloss in Merseburg ein eindrucksvolles Ensemble. Der Dom ist reich mit Schätzen aus der Romanik ausgestattet.

Der Dom zu Merseburg ist wahrscheinlich auf einen Vorgängerbau von 931 zurück zu führen. 1015 erfolgte die Grundsteinlegung des heutigen Domes unter Bischof Thietmar von Walbeck. Durch die Unterstützung Heinrick II. konnte er bereits 1021 geweiht werden. Die Gestalt des Domes ist geprägt durch zahlreiche Umbauten. Im 11. Jh. wurden zwei runde Türme als Stütze des zuvor eingestürzten Sanktuariums erbaut. Ein Vierungsturm entstand ebenfalls im 11. Jh. Zwei Jahrhunderte später wurde eine Vorhalle zwischen den Westtürmen errichtet, an dessen Portal die Kirchenpatronen und Kaiser Heinrich II. als Stifterbüsten aufgestellt worden.

Der Dom Merseburg zählte als turmreiche Anlage zu den richtungsweisenden Bauwerken des deutschen Kirchbaus. Vom ersten romanischen kreuzförmigen Bau sind heute noch Teile der Westtürme, der südliche Querhausflügel erhalten und die dreischiffige, kreuzgratgewölbte Hallenkrypta unter dem Chor erhalten. Sie zählt zu den ältesten rein erhaltenen Krypten Mitteldeutschlands. Besonders Sehenswert sind ihre Bündelpfeiler.

Die Ausstattung des Domes ist besonders eindrucksvoll. Eine prunkvolle bronzene Grabplatte Rudolfs von Schwaben bildet den Toten im Flachrelief nahezu in Lebensgröße ab und ist eine der ältesten Bildnisgrabmäler Deutschlands. Sehenswert ist auch der hochromanische Taufstein mit Apostel- und Prophetenfiguren. Zum umfangreichen Inventar des Domes zählen weiterhin ein kunstvoll geschnitztes Chorgestühl, das Sakramentshaus, die Renaissance-Kanzel im Langhaus und vor allem die über die Landesgrenzen hinaus bekannte Domorgel. Sie wurde von Friedrich Ladegast erneuert und hat einen besonders harmonischen Klang. Die Domorgel gehört mit ihren 5687 Pfeifen zu den größten romanischen Orgeln Mitteldeutschlands. Gleichermaßen sehenswert ist die wertvolle Ausstattung des Domstiftsarchivs und der Bibliothek. Hier befinden sich die Merseburger Bibel und die Merseburger Zaubersprüche. Sie gelten als einziges erhaltenes Zeugnis germanisch-heidnischer Religiosität in althochdeutscher Sprache.

An kirchlichen Feiertagen ist ein Glockengeläut der zehn Glocken aus dem 12. Jh. zu hören. Zu empfehlen sind außerdem die Orgeltage, die jeden September zahlreiche Besucher anziehen.