Straße der Romanik | Bauwerke

Dom St. Marien

Der Dom zu Havelberg gehört zu den herausragenden Bauwerken an der "Straße der Romanik". Der heutige Dombau entstand zwischen 1279 und 1380. Die Verbindung romanischer und gotischer Stilelemente ist heute noch deutlich zu erkennen.

Bereits 946 gründete König Otto I. hier ein Bistum, das zu den ältesten Bistümern östlich der Elbe gehört. Während des Slawenaufstandes 983 ging Havelberg jedoch wieder verloren. Das Bischofsamt blieb erhalten, die Bischöfe lebten aber im Exil und hatten dort ihre Wirkungsstätte. Mit dem Wendenkreuzzug 1147 unter Albrecht dem Bären wurden die Slawen östlich der Elbe entgültig unterworfen.


Um etwa 1150 begann unter dem Havelberger Bischof Anselm der Bau von Dom und Stift, wo sich ein Prämonstratenser-Chorherrenstift ansiedelte. Der romanische Bau, der 1170 von Erzbischof Wichmann von Magdeburg geweiht wurde, wurde bei einem Brand 1279 zerstört. Man entschied sich für einen Aufbau mit gotischer Überformung, wie dies bereits beim Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg geschah, wobei der Ursprungsbau mit seinen Dimensionen erhalten blieb. Die Apsis wurde durch ein gotisches Chorpolygon mit hohen, schlanken Fenster ersetzt, aus der flachen Holzdecke wurde ein Kreuzrippengewölbe, die Mittelschiffwände wurden erhöht, und die romanischen Bruchsteinpfeiler mit einem System aus Backsteinpfeilern mit Diensten und Blendarkaden erweitert. Die romanischen Seitenschiffmauern wurden aufgebrochen und große Fenster eingefügt. Der schmale, rechteckige Westriegel des Doms, mit einer Breite von 30 Metern und einer Tiefe von nur sechs Metern, blieb romanisch. Im 17. Jh. erfolgte die barocke Umgestaltung des Innenraumes, u. a. mit einer Kanzel aus dem Jahr 1693 und einem Altar von 1700.
Der Dom bewahrt eine reiche Ausstattung aus dem Mittelalter. Zu den ältesten Werken gehört die Triumphkreuzgruppe, die um 1270-1280 entstand. Das Chorgestühl, Ende des 13. Jh. entstanden, ist eines der ältesten erhaltenen Gestühle. Am Chorjoch befinden sich drei Sandsteinleuchter aus der Zeit um 1300, von denen zwei Leuchter plastische Figuren zeigen, einer zeigt Mönch und Novize, der andere Koch und Kellermeister. Unter Bischof Johann Wöpelitz bekam der Dom im 14. Jh. eine Neuausstattung. Es entstand u. a. der reich verzierte Lettner, auf dessen Schauseite 20 Sandsteinreliefs die Passion Christi zeigen, vervollständigt durch 14 Heiligenfiguren. Zudem blieb ein Teil der mittelalterlichen Verglasung erhalten, so eine Glasmalerei die Szenen aus dem Leben Jesu darstellt und sogenannte Grisailleornamentfenster mit Blatt- und Blumenornamenten. An den Kirchenbau schließen sich aus Backstein errichtete Stiftsgebäude an und der dreiflügelige Kreuzgang. Nachdem die Anlage seine Funktion als Kloster verlor, erfolgte in vielen Bereichen ein Umbau, der Gesamteindruck der Klosteranlage blieb aber erhalten. Der romanische Ostflügel mit Dormitorium und Kapitelsaal zählt zu den ältesten Backsteinbauten östlich der Elbe. Im obersten Geschoss der Klosteranlage befindet sich das Prignitz-Museum.

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Informationen

Dom St. Marien

Domplatz 3
39539 Hansestadt Havelberg

Gesonderte Postanschrift

Ev. Kirchengemeinde Besucherinformation Domplatz 3 39539 Havelberg


Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag13–17 Uhr
Sonnabend 10–17 Uhr
Sonntag 11–17 Uhr

Der Dom-Eintritt ist frei.

Eine Besichtigung ist während Gottesdiensten und kirchl. Amtshandlungen nicht möglich.

Der Dom zu Havelberg gehört zu den herausragenden Bauwerken an der "Straße der Romanik". Der heutige Dombau entstand zwischen 1279 und 1380. Die Verbindung romanischer und gotischer Stilelemente ist heute noch deutlich zu erkennen.

Bereits 946 gründete König Otto I. hier ein Bistum, das zu den ältesten Bistümern östlich der Elbe gehört. Während des Slawenaufstandes 983 ging Havelberg jedoch wieder verloren. Das Bischofsamt blieb erhalten, die Bischöfe lebten aber im Exil und hatten dort ihre Wirkungsstätte. Mit dem Wendenkreuzzug 1147 unter Albrecht dem Bären wurden die Slawen östlich der Elbe entgültig unterworfen.


Um etwa 1150 begann unter dem Havelberger Bischof Anselm der Bau von Dom und Stift, wo sich ein Prämonstratenser-Chorherrenstift ansiedelte. Der romanische Bau, der 1170 von Erzbischof Wichmann von Magdeburg geweiht wurde, wurde bei einem Brand 1279 zerstört. Man entschied sich für einen Aufbau mit gotischer Überformung, wie dies bereits beim Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg geschah, wobei der Ursprungsbau mit seinen Dimensionen erhalten blieb. Die Apsis wurde durch ein gotisches Chorpolygon mit hohen, schlanken Fenster ersetzt, aus der flachen Holzdecke wurde ein Kreuzrippengewölbe, die Mittelschiffwände wurden erhöht, und die romanischen Bruchsteinpfeiler mit einem System aus Backsteinpfeilern mit Diensten und Blendarkaden erweitert. Die romanischen Seitenschiffmauern wurden aufgebrochen und große Fenster eingefügt. Der schmale, rechteckige Westriegel des Doms, mit einer Breite von 30 Metern und einer Tiefe von nur sechs Metern, blieb romanisch. Im 17. Jh. erfolgte die barocke Umgestaltung des Innenraumes, u. a. mit einer Kanzel aus dem Jahr 1693 und einem Altar von 1700.
Der Dom bewahrt eine reiche Ausstattung aus dem Mittelalter. Zu den ältesten Werken gehört die Triumphkreuzgruppe, die um 1270-1280 entstand. Das Chorgestühl, Ende des 13. Jh. entstanden, ist eines der ältesten erhaltenen Gestühle. Am Chorjoch befinden sich drei Sandsteinleuchter aus der Zeit um 1300, von denen zwei Leuchter plastische Figuren zeigen, einer zeigt Mönch und Novize, der andere Koch und Kellermeister. Unter Bischof Johann Wöpelitz bekam der Dom im 14. Jh. eine Neuausstattung. Es entstand u. a. der reich verzierte Lettner, auf dessen Schauseite 20 Sandsteinreliefs die Passion Christi zeigen, vervollständigt durch 14 Heiligenfiguren. Zudem blieb ein Teil der mittelalterlichen Verglasung erhalten, so eine Glasmalerei die Szenen aus dem Leben Jesu darstellt und sogenannte Grisailleornamentfenster mit Blatt- und Blumenornamenten. An den Kirchenbau schließen sich aus Backstein errichtete Stiftsgebäude an und der dreiflügelige Kreuzgang. Nachdem die Anlage seine Funktion als Kloster verlor, erfolgte in vielen Bereichen ein Umbau, der Gesamteindruck der Klosteranlage blieb aber erhalten. Der romanische Ostflügel mit Dormitorium und Kapitelsaal zählt zu den ältesten Backsteinbauten östlich der Elbe. Im obersten Geschoss der Klosteranlage befindet sich das Prignitz-Museum.